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  1. Obere Pfarre Bamberg, Bergstadt
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Läuft man den Stephansberg abwärts kommt man an einer engen Gasse vorbei mit dem Namen „Eisgrube“. Hier wurde früher im Inneren des Berges das Bier mit Eis gekühlt. Von hier aus haben Sie einen fantastischen Blick auf eine der schönsten Kirchen in Bamberg. Sie sieht einem Schiff ähnlich, dass aus den Dächern am Kaulberg hervorlugt. Die Obere Pfarre wurde zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert gebaut. Man erkennt sie direkt an dem etwas seltsamen Turm. Darin befindet sich ein zweigeschossiges Penthaus, wo bis 1920 der Türmer wohnte. Dieser muss ein eher unsportlicher Mann gewesen sein, der es vorsah nicht sooft den Turm zu verlassen, da dieser nur durch etliche Treppenstufen zu erreichen war. Deshalb zog der Türmer mittels Seilwinde Essen und Getränke zu sich hinauf und ließ seine menschlichen Bedürfnisse daran herab. Bei einer dieser Aktionen, löste sich das Fass sechs Meter über dem Boden aus der Seilwinde und zerschellte laut auf dem Kirchvorplatz. Davon kann man heute noch berichten, weil das Ereignis damals in der örtlichen Presse besprochen wurde. Die Obere Pfarre ist eigentlich die Wallfahrtskirche zu „Unserer Lieben Frau“. Sie steht auf dem Gebiet der Siedlung „papinberc“, welches von Kaiser Otto II dem Bayernherzog Heinrich dem Zänker überschrieb.

Im Jahre 1300 begann man mit dem Bau der Kirche, welcher erst 1535 beendet werden konnte. In der Barockzeit wurden die Fenster im Langhaus und am Chordach dem Stil der Epoche angepasst.

Die Wallfahrtswanderer mussten, sobald sie wieder zu Hause angekommen waren, dem Zunftmeister von Handwerkerzeichen berichten, damit dieser wusste, dass der Geselle auch wirklich an dem Ort gewesen war. Ein solches Handwerkerzeichen ist auch an der Oberen Pfarre zu finden. An der Südseite existiert ein Treppentürmchen, welches zur Chororgel führte. Auf dieser Treppe sitzt heute der unbekannte Baumeister der Kirche, der eine Kutte trägt und beide Arme zum Himmel erhebt.

Inzwischen sind leider seine beiden Hände verlogen gegangen. In den Händen hatte er ein „Düthorn“ gehalten, was genutzt wurde um die Fertigstellung des Gebäudes bekannt zu geben. Das Volk sah das aber ganz anders, es interpretierte das Horn als Trinkhorn. So sagten sie, dass der Baumeister durch das Trinken Haus und Hof verloren hätte und um daran zu erinnern, sei diese Figur entstanden. Sie nennen die Figur „das Säufermännchen“. Noch bis in die 60er Jahre hielt der den flaschenartig aussehenden Rest des Horns an den Mund. Doch kurz vor Silvester 1961 war die Flasche abgebrochen. Heute ragen nur noch die Stümpfe flehentlich zum Himmel.

Eine weitere Treppe an der Nordseite der Kirche führt zur Brautpforte. Hier können Sie die fünf klugen und die fünf törichten Jungfrauen erkennen und die Krönung Marias. Die Pforte wird von den beiden Heiligen Peter und Paul flankiert. An der Nordseite existiert noch ein Kruzifix aus Holz, ein Johannes Nepomuk aus der Barockzeit, eine gotische Madonna sowie Grabtafeln. Diese Tafeln sind Zeugen einer Zeit, als sich um die Kirche herum noch der Pfarrfriedhof befand. An Turm finden sie zwei Figuren, der Apostel Johannes Evangelist und die Heimsuchung Marias.

Im Kircheninneren gibt es unzählige Werke sakraler Kunst. Es gibt Apostelfiguren aus dem 15. Jahrhundert, die zum Hochaltar führen. Der Hochaltar selbst wurde von Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn gestiftet. Er enthält auch heute noch das Gnadenbild einer Madonna auf dem Thron. Der Hochaltar steht im Zentrum der Kirche und wird von weiteren Seiten- und Nebenaltären umgeben. Das Gnadenbild der Madonna wird ein Mal im Jahr in einer feierlichen Prozession zur Schmerzhaften Muttergottes in der Untere Pfarre (Sankt Martin) am Grünen Markt getragen.

Unterhalb der Kirche verläuft die Straße Unterer Kaulberg. Hier wohnten damals vor allem Winzer, die man in Franken „Hacker“ nennt.

Obere Pfarre
Eisgrube 4
96049 Bamberg
0951 52018

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