Bamberg meine Stadt 14 °C
  1. Bamberger Symphoniker
Jetzt weiterempfehlen

Bamberger Symphoniker – einzigartig und weltberühmt:

Fast 7000 Konzerte, preisgekrönte Aufnahmen, gar Papst Benedikt der XVI. unter den Zuhörern: Mit den Bamberger Symphonikern beherbergt die Weltkulturerbe-Stadt eines der renommiertesten und berühmtesten Orchester der Welt. Ihr „böhmischer Klang“ – der dunkle, sonore, tiefe Klangkörper ist dafür nur ein Grund. Es ist vor allem auch ihr Musikverständnis, das die Geschichte ihrer Herkunft mit der Moderne verbindet und die Bamberger Symphoniker zu einem außergewöhnlichen Hörerlebnis macht.

Der Erfolg beginnt mit einer Flucht

Am Ende des Zweiten Weltkriegs flüchteten viele Menschen von den Schlachtfeldern im Osten in die relative Sicherheit westlicher Städte. Unter den Flüchtlingen waren auch Mitglieder des Deutschen Philharmonischen Orchesters Prag, die in Bamberg eine neue Heimat und bald nach Kriegsende eine neue Wirkungsstätte fanden. Bereits das erste Konzert im Jahr 1946 – ein Beethoven-Abend im Bamberger Zentralsaal – wurde vom Publikum und der Presse gleichermaßen frenetisch gefeiert. Schnell zeigte sich: Der Schrecken der gemeinsamen Geschichte, der Verlust der Heimat und die Liebe zur Musik verbanden die Orchestermitglieder auf einer Ebene, die ihren Ausdruck in einer unvergleichlichen Interpretationsweise fand.

Der "böhmische Klang" als musikalische Lebenseinstellung

Den „böhmischen Klang“ zu beschreiben ist dabei gar nicht so einfach – Man muss ihn schließlich hören. Die Bamberger Symphoniker selbst verstehen es eher als Lebenseinstellung: Musik als tägliches Ausdrucksmittel, als Art des Miteinander-Redens. Auch könne man, nach fast 70 jähriger Geschichte, wohl inzwischen fraglos von einem „Bamberger Klang“ reden. Wie auch immer der Name, das Klangerlebnis bleibt dasselbe: Das Orchester wird getragen von den dunklen Frequenzen der Kontrabässe und Celli, über denen sich die jeweiligen musikalischen Anforderungen des Stückes leicht entfalten können. So ist dieser besondere Klang also nie gleich, hat sich mit den Jahren und den Musikern gewandelt und verweist doch stets zurück in die Vergangenheit.

Joseph Keilberth: Konsequenter Meister am Dirigentenpult

Entscheidenden Einfluss auf die künstlerische Entwicklung und den ganz eigenen Charakter des Orchesters hatte dabei Joseph Keilberth. Bereits als Chefdirigent der Prager Philharmoniker kannte er seine Musiker, teilte ihr Schicksal, wusste um die böhmische Interpretation und war gewillt, diese ab 1950 auch in Bamberg als Chefdirigent konsequent fortzusetzen. Unter seiner Leitung wurden die Bamberger Symphoniker zu einer einzigartigen Einheit und schnell zu einem internationalen Pfund, das renommierte und berühmte Gastsolisten und -dirigenten aus aller Welt anzog.

Jonathan Nott führt das Orchester in die Moderne

Diesem musikalischen Verständnis sind Keilberths Nachfolger bis heute treu geblieben. Seit 2000 lenkt Jonathan Nott als Chefdirigent die Geschicke der Bamberger. Unter seiner Führung hat sich das Orchester nicht nur stärker der Moderne und Gegenwartsmusik zugewandt, ihm ist auch der Ruf als Mahler-Spezialisten zu verdanken.

Seine Einspielung der 9. Sinfonie Gustav Mahlers gilt als eine der herausragenden Interpretationen. Sie wurde mehrfach preisgekrönt und wird inzwischen als Referenz für dieses Werk gehandelt. Seit 2013 liegen nun sämtliche Symphonien Mahlers als Bamberger Aufnahme vor – jede Einzelne dabei immer wieder zitiert und preisgekrönt.

Aber auch für die sinfonischen Werke Franz Schuberts, Beethovens und Johannes Brahms’, die Musik Béla Bartóks oder Jörg Widmanns gelten die Bamberger Symphoniker als meisterhafte Interpreten.

Gefeierte Uraufführungen von etwa Bruno Mantovis „Mit Ausdruck“ oder Wolfgang Rihms „Verwandlung 4“ haben dem Publikum mehrfach vor Augen geführt: Ein Orchester, das die Tradition pflegt ohne sich von ihr einengen zu lassen, gibt moderner Musik eine spezielle Note, die nicht jeder Klangkörper anschlagen kann.

Auf der ganzen Welt zu Hause - in Bamberg daheim

Bereits früh erarbeitete sich das Orchester den Ruf als eines der Reisefreudigsten Deutschlands. Das hat sich bis heute nicht geändert. Jährlich sind die Musiker auf allen wichtigen Festivals weltweit zu Gast, ihre Tourneen führen sie um den ganzen Erdball. Selbst Papst Benedikt XVI. lauschte dem Orchester in seiner Sommerresidenz zum Jubiläum „1000 Jahre Bistum Bamberg“.

Etwa 40 Mal im Jahr spielen die Symphoniker aber auch in der eigenen Heimstätte. Die 1993 eigens für das Orchester errichtete Konzerthalle Bamberg wurde dabei 2008 akustisch optimiert, um dem „böhmischen Klang“ endlich auch in den eigenen vier Wänden genug Raum und Tiefe zu geben.

Die Frage muss einmal gestellt werden: Was wäre Bamberg – Deutschlands Stein gewordene Geschichte – ohne die dagegen blutjungen Symphoniker? Die Antwort finden wir bei Claude Debussy, dem impressionistischen Komponisten: »Musik ist eine ungezügelte, überschäumende Kunst, eine Kunst, die ins Freie gehört, wie die Elemente, der Wind, der Himmel, das Meer.« Bamberg ohne Symphoniker, das wäre eine Stadt, der etwas Wesentliches fehlte, etwas Elementares wie die Luft zum Atmen. Denn die Symphoniker sind tief verwurzelt in ihrer Heimatstadt und genießen einen Rückhalt, von dem andere Klangkörper nur träumen können.

Allein die 6.000 Abonnements in einer Saison zeugen von dieser Identifizierung der Bamberger mit „ihrem“ Orchester. Die Bamberger Symphoniker sind in den siebzig Jahren ihrer Existenz aber nicht nur das musikalische Zentrum der Region geworden. Sie sind eines der reisefreudigsten Symphonieorchester Deutschlands, das als erstes nach dem Krieg wieder im Ausland auftrat, mittlerweile mehr als 7.000 Konzerte in über fünfhundert Städten und sechzig Ländern weltweit gegeben hat und so zum Kulturbotschafter Bayerns und ganz Deutschlands geworden ist. Dazu trug auch die Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk bei, die seit 1950 besteht, bei Amtsantritt des legendären Joseph Keilberth als Chefdirigent.

Die zahlreichen CD-Einspielungen mit den gesamten Schubert-Symphonien und dem preisgekrönten Mahler-Zyklus sind signifikante Höhepunkte der jüngsten Zeit: Längst gelten die Bamberger Symphoniker als eines der besten Mahler-Orchester der Welt. Diese mit zahlreichen Lobeshymnen und renommierten Preisen bedachten Aufnahmen ermöglichen einen nachhaltigen Hörgenuss, auch fern der Musikstadt Bamberg.

Bamberger Symphoniker - Bayerische Staatsphilharmonie
Mußstraße 1
96047 Bamberg

Hast Du Bamberg Bilder die Du mit uns teilen möchtest?

Melde Dich jetzt an und zeige uns Deine schönsten Bamberg Fotos.